dombaumeister

 

dombaumeister

der dombau, dem die lebenszeit
der meister alle kraft geweiht
ward nun zu gottes preis beendet
er ist, so rühmt das volk, vollendet
er ragt empor bis in den himmel
hoch über irdischem gewimmel
und wird so lang nach unsern tagen
erhaben in die zukunft ragen

kein muenster in dem ganzen reich
ist diesem wunderbauwerk gleich
in seiner überirdischen grösse
ganz ohne niedre menschenblösse
gewaltig bis zum knauf der türme
wird wachsen es im kampf der stürme
sein ebenmass, fern irdischen sünden
wird trotz der grösse schönheit künden

die baugerüste fielen schon
das volk zur weiheprozession
versammelt sich schon in den gassen
wird all den glanz der münster fassen?
da überkommt des doms erbauer
vor all dem festlärm schier ein schauer
er lässt von seinem schlichten wagen
hinaus zum walddörflein sich tragen

er ist ganz voll von heissem dank
dass ihm sein lebenswerk gelang
da drängt's ihn, in die waldkapelle
drin er sich vor den ewigen stelle
kein andrer mensch ist in dem frieden
und hier wird ihm sein glück beschieden
er fühlt sich wie in kindheitstagen
hier kann sein dankgebet er sagen

hier, guter gott, gewährst du mir
hier kann ich innig danken dir
ich durft' in gläubigem vertrauen
ein denkmal deiner grösse bauen
jedoch als mensch scheint für mein wort
dies waldkirchlein der bess're ort

gott hat ihm antwort zugesandt
domglockenklang tönt durch das land

h. salus


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