kein staub blieb von der frevlerhand
die auf olympias tempeldächer
geschleudert einst den feuerbrand
die flamme ward ihr eigner rächer
und nun seit sich dem schuttgefild
der schönheit edler rest entrungen
nennt nichts am todten götterbild
wer einst das beil darauf geschwungen
als über ihre schwellen ein
die säulen und gewölbe brachen
als mit den sternen dann allein
die ödgeword'nen räume sprachen
wohl mochte des hellenen schmerz
ein zucken wilder qual erfüllen
und ihren lichten geist der schmerz
für eine lange nacht verhüllen
vergass die hüterin am thor
des fluchs und dass sie ewig traure
sie sieht, wie viel sie auch verlor
dass etwas doch ob allem daure
die wuth, die da vorüberfuhr
konnt' nichts dem zeitstrom abgewinnen
doch lebt vom werk die kleinste spur
die liebend schuf ein gross ersinnen
olympia, dein ruf ertönt
auf's neue durch die länder wieder
es schauen vom olymp versöhnt
die götter in ihr thal hernieder
horch! wagen donnern, hoch herein
dringt jubelhell das volksgedränge
und durch den alten pinienhain
erschallen pindars siegsgesänge
h. von lingg